STAHLWILLE Eduard Wille GmbH
Unternehmen des Jahres 2025
Nach dem Bergischen Zukunftspreis im vergangenen Jahr wird Stahlwille jetzt auch mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis ausgezeichnet
„Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer DNA“
Seit fünf Jahren steht Vera Bökenbrink an der Spitze des Traditionsunternehmens Stahlwille. Während dieser Zeit hat sie gemeinsam mit dem Team der Geschäftsleitung das Unternehmen grundlegend auf den Prüfstand gestellt – und das, wie sie betont, jeden Tag aufs Neue. Durch einen konsequenten Transformationsprozess ist die wirtschaftliche Entwicklung von Stahlwille von konstantem Wachstum geprägt. In den vergangenen drei Geschäftsjahren konnte die Gruppe den Umsatz um 14 Prozent auf knapp 95 Millionen Euro steigern. Gegründet im Jahr 1862, ist das Familienunternehmen längst weit über die Grenzen Cronenbergs hinaus bekannt – als verlässlicher Arbeitgeber, Innovationsmotor und fester Bestandteil der bergischen Wirtschaft. Jetzt wird Stahlwille mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis ausgezeichnet.
Als Werkzeug-Vollsortimenter bietet Stahlwille alles, was professionelle Anwender benötigen: vom klassischen Schraubenschlüssel über moderne Werkzeugaufbewahrungs- und transportlösungen, vom hochwertigen mechanischen Drehmomentschlüssel bis hin zum elektronischen High-Tech-Drehmomentwerkzeug für vernetzte Industrie 4.0-Umgebungen sowie Prüf- und Kalibiertechnik. So vielfältig wie das Sortiment, so breit ist auch das Branchenspektrum, in dem die Werkzeuge genutzt werden. Im Automotive-Bereich ebenso wie in der industriellen Produktion, im Schienenverkehr, in der Luftfahrt und in der Wartung von Windkraftanlagen, es gibt Lösungen für die Landwirtschaft und für Handwerksbetriebe.
Wichtigste Zielgruppen von Stahlwille sind Industrie und Handwerk. Und das weltweit. Die Exportquote der Werkzeuge „Made in Germany“ beträgt rund 60 Prozent. Neben dem Hauptsitz in Cronenberg unterhält die Gruppe in den wichtigsten Märkten 13 eigene Vertriebsniederlassungen und ergänzt durch 45 internationale Partner die Präsenz im Ausland.
In den vergangenen Jahren hat das gesamte Team daran gearbeitet, Stahlwille konsequent in die Zukunft zu führen. Das gesamte Unternehmen wurde modernisiert und neu ausgerichtet. „Wir wollen schließlich die nächsten 150 Jahre hier am Standort sein. Da muss man alles auf den Prüfstand stellen“, so die Geschäftsführerin. In den vergangenen fünf Jahren wurde die Werkstruktur neu ausgerichtet, der Maschinenpark modernisiert, die Gebäude saniert, das Produktportfolio aktualisiert und ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Doch ganz oben auf der Liste stand ein neuer Führungsstil für die rund 420 Mitarbeiter. „Für uns als Team ist der größte Lohn, wenn sich die Mitarbeiter hier wohlfühlen und jeden Morgen mit einem Lächeln an die Arbeit gehen. Dies gelingt durch Wertschätzung. Und Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, die machen auch ihre Arbeit gut“, ist sich Bökenbrink sicher.
Wichtiges Thema auch – oder gerade – für Industrieunternehmen ist Nachhaltigkeit in allen Prozessen. Auch bei Stahlwille hat das Thema im Zuge der Transformation einen besonders hohen Stellenwert, obwohl das Unternehmen ohnehin schon immer nachhaltig gedacht hat. „Das Thema Nachhaltigkeit ist seit jeher fest in unserer DNA verankert. Stahl wurde schon immer recycelt und alle unserer Werkzeuge können repariert werden“, so Bökenbrink. Die Europäische Union hat Chrom (VI) aufgrund seiner potenziell karzinogenen Wirkung und anderer Gesundheitsrisiken in der REACH-Verordnung als gefährlichen Stoff eingestuft. Das betrifft auch Stahlwille. Deshalb hat das Unternehmen in einen hochmodernen Chrom3-Galvanik-Betrieb investiert, um den steigenden Kapazitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen am Produktionsstandort in Cronenberg gerecht zu werden.
In einer Stadt, die die Heimat des Circular Valleys und der Neuen Effizienz ist, wollte Stahlwille aber sicher sein, dass der eingeschlagene Weg wirklich grün ist und hat Experten der Neuen Effizienz zum Check-up eingeladen. „Und die haben uns noch einmal bestätigt, dass bei uns Nachhaltigkeit überall mitgedacht wird. Wir wollen kein Greenwashing betreiben, sondern nachhaltig mit dem Standort umgehen. Und das nicht krampfhaft bemüht, sondern ganz natürlich“, so die Geschäftsführerin. Doch damit der bekannte stete Tropfen den Stein höhlt, werden alle Mitarbeiter dazu jährlich geschult.
Die Auszeichnung mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis ist für Bökenbrink das Ergebnis einer starken Gemeinschaftsleistung. Das gesamte Stahlwill-Team habe bewiesen, dass Veränderung, Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Deshalb wird der Preis auch gemeinsam von Geschäftsführung, Betriebsrat und Mitarbeitenden entgegengenommen – als sichtbares Zeichen dafür, was man als Team erreichen kann.
Von Nina Mützelburg